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Joseph Goebbels


Joseph Goebbels, Aufnahme von Heinrich Hoffmann

Joseph Goebbels (* 29. Oktober 1897 in Rheydt als Paul Joseph Goebbels; † 1. Mai 1945 in Berlin) war einer der einflussreichsten und bekanntesten Politiker während der Zeit des Nationalsozialismus.

Bereits in der Weimarer Republik hatte er zentrale Funktionen in der NSDAP inne, so als Gauleiter von Berlin-Brandenburg und Reichspropagandaleiter. Goebbels antisemitische Propaganda hatte 1938 in der von ihm organisierten Reichspogromnacht ihren Höhepunkt. 1944 trug er entscheidend zum Misslingen des Umsturzversuch im Anschluss an das Attentat vom 20. Juli 1944 mit bei. Er war bei der deutschen Propaganda im Zweiten Weltkrieg federführend. Bis in die letzten Monate des Zweiten Weltkriegs war er als Generalbevollmächtigter für den totalen Kriegseinsatz tätig. Über zahlreiche Verbrechen und Kriegsverbrechen hinaus war er einer der Hauptverantwortlichen für den Holocaust.

Für das NS-Regime zentral war seine Funktion als Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda. Er bekleidete das Amt von 1933 bis 1945. Goebbels, der Präsident der Reichskulturkammer war, beherrschte nach der Gleichschaltung der Massenmedien das geistige und kulturelle Leben in Deutschland wie das Pressewesen. Gestützt auf den von ihm mit aufgebauten Propagandaapparat prägte und verbreitete er die Ideologie des Nationalsozialismus wesentlich. Sein Aufruf „Wollt ihr den totalen Krieg“ unter dem ekstatischen Jubel seiner Zuhörer während der Sportpalastrede 1943 gehört zu den bekanntesten Beispielen seiner Rhetorik wie propagandistischer Inszenierungen des Nationalsozialismus. [1] Seine Tagebücher, die er von 1924 bis zu seinem Suizid 1945 führte, gelten als wichtige Quelle für die Geschichte der NSDAP und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Inhaltsverzeichnis


Frühe Jahre

Herkunft und Kindheit

Goebbels wurde 1897 in Rheydt (Preußische Provinz Rheinland) als dritter Sohn von Friedrich, gen. Fritz (* 1867, † 1929) und Maria Katharina (geb. Odenhausen) geboren. Mit seinen Geschwistern Konrad (* 1895, † 1949), Hans (* 1893, † 1947 in französischer Gefangenschaft), Elisabeth (* 1901, † 1915) und der jüngeren Schwester Maria Katharina (* 1910) (verheiratet mit dem Drehbuchautor und Filmregisseur Max W. Kimmich und spätere Erbin von Goebbels) wuchs er in einem katholischen Elternhaus auf. Sein Großvater väterlicherseits war Landwirt in Gevelsdorf und dann Fabrikarbeiter in Rheydt. Sein Vater stieg in der Textilfabrik Lennartz vom Laufburschen zum Handlungsgehilfen auf, er war zuletzt Prokurist der inzwischen Vereinigten Dochtfabriken GmbH, die etwa 50 Mitarbeiter beschäftigte. Der früh verstorbene Vater der Mutter war Hufschmied in Übach. Die Halbwaisin mit fünf Geschwistern musste sich vor ihrer Heirat als Magd auf einem Bauernhof verdingen. Maria Goebbels starb am 8. August 1953 in Rheydt.[2]

Im Alter von vier Jahren erkrankte Goebbels an einer Knochenmarkentzündung, durch die sein rechter Unterschenkel verkümmerte und ein Klumpfuß entstand. Er war mit circa 165 Zentimetern relativ klein gewachsen, weshalb er später im Volksmund und im Ausland offen karikiert und als Schrumpfgermane und „Humpelstilzchen“ verspottet wurde.[3] Goebbels deutete die Krankheit rückblickend als „Zeichnung“ durch eine höhere Gewalt, die er Zeit seines Lebens zu kompensieren versucht habe. Bereits im Schulalter habe er versucht, die körperliche Behinderung zu reflektieren und sich in einen Schicksals- und Heldenglauben zu verlieren. Die Behinderung und seine in der Schulumgebung als nicht standesgemäß empfundene Herkunft stachelten seinen Ehrgeiz an. Er hatte aber durchaus Freunde und Freundinnen. Die ganze wunderbare Jugend taucht wieder vor dem geistigen Auge auf schrieb er später auch. Im Abitur schrieb er den besten Deutschaufsatz und durfte die damals übliche Abschieds- und Dankrede auf der Entlassungfeier halten.[4]

Studium und Berufe

Goebbels besuchte in Rheydt die Volksschule und die Oberrealschule mit Reformgymnasium, das heutige Hugo-Junkers Gymnasium. Er legte am 21. März 1917 die Reifeprüfung ab.[5] Anschließend wollte er am Ersten Weltkrieg teilnehmen, wurde jedoch wegen seiner Behinderung als nicht für den Militärdienst geeignet eingestuft. Goebbels studierte von 1917 bis 1921 Germanistik und Geschichte in Bonn, Freiburg, Würzburg, München und Heidelberg, unter anderem bei dem von ihm verehrten, jüdischen Literaturwissenschaftler Professor Friedrich Gundolf, der ihm auch das Thema seiner Dissertation gab. Sein Doktorvater war der jüdische Professor Max Freiherr von Waldberg. Goebbels promovierte am 21. April 1921 an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg über Wilhelm von Schütz als Dramatiker.

Am 22. Mai 1917 wurde Goebbels bei der Studentenverbindung Unitas Sigfridia zu Bonn recipiert. Hiernach wechselte er zum Unitas-Verein Freiburg. Einem in Freiburg drohenden Ausschluss kam er durch einen Ortswechsel zum Unitas-Verein Würzburg zuvor. Aus diesem trat er im Wintersemester 1918/1919 aus, um einem auch dort drohenden Ausschluss zuvorzukommen. Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges erlebte er eine Krise, die zu einer zunehmenden Orientierungslosigkeit führte. Den katholischen Glauben hatte er in dieser Zeit schon länger hinter sich gelassen und war der römisch-katholischen Kirche seiner Eltern gegenüber auf Distanz gegangen. Seine literarischen Ambitionen fanden bei Verlagen und Zeitungen keine Beachtung. Trotz seines frisch erworbenen Doktorats sah Goebbels sich in einer Außenseiterposition. Er setzte sich mit verschiedenen Ideologien auseinander, immer unter dem Blickwinkel des „Nationalen“. Da er die Weimarer Republik als Folge des verlorenen Weltkrieges ansah, sympathisierte er „aus der Ferne“ (siehe Erinnerungsblätter Ostern 1919) mit einer deutschen Roten Armee, die nach dem misslungenen Kapp-Putsch auf Berlin losmarschierte.

Goebbels bewegte sich, seiner Zeit durchaus entsprechend, zwischen den radikalen Ideologien, die vom Untergang so genannter „alter Werte“ und Erschaffung neuer Gesellschaftssysteme geprägt waren. In jungen nationalistisch-revolutionären Kreisen war man von Kriegswirtschafts- und sozialistischen Verwaltungssystemen angetan, zumal man gedachte als eine Führerelite über den Rest des Volkes unumschränkt zu herrschen. Aus eigener materieller Not folgerte Goebbels, die Geldwirtschaft sei das Übel schlechthin. Anders als Hitler war Goebbels zunächst kein besonders ausgeprägter Antisemit. Das änderte sich jedoch, vielleicht unter dem Einfluss Spenglers[6], er kam jetzt nicht damit zurecht, dass seine neue Freundin Else Janke eine jüdische Mutter hatte. Seit 1922 beschäftigte er sich immer mehr mit den Schriften Oswald Spenglers und Houston Stewart Chamberlains.

Anfang 1923 musste Goebbels gegen seine Überzeugungen eine durch energische Bemühungen von Else Janke erhaltene Stelle bei der Dresdner Bank in Köln annehmen. Er war in der Depotbuchhaltung beschäftigt. Ihm wurde die verhasste Stelle im September wieder gekündigt. Die Zeit bei der Bank trug sicher zu seinem Hass auf das “jüdische” Finanzkapital bei, wie die Besetzung des Rheinlandes durch französische und belgische Truppen, die er hautnah miterlebte und als tiefe Demütigung Deutschlands empfand. In dieser, seiner so genannten politischen Erweckungszeit[7] wurde Goebbels zum fanatischen Antisemiten.[8] 1924 trat er der NSDAP bei.

Er schrieb neben diversen dramatischen Versuchen auch den expressionistischen Roman Michael [9], für den er allerdings keinen Verleger fand. Michael, Ein deutsches Schicksal in Tagebuchblättern erschien 1929 im Münchener Parteiverlag.

Goebbels’ Aufstieg

Die Elberfelder Zeit mit Gregor Strasser

Goebbels bewunderte Hitler seit dessen Münchener Hochverratsprozess im Februar 1924 und begann sich – angeleitet von einem Schulfreund – für dessen Bewegung zu interessieren. Mit diesem Freund gründete er am 21. August 1924 die München-Gladbacher Ortsgruppe der Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung Großdeutschlands und begann seine Karriere als Redner und Journalist. Im Oktober 1924 wurde er Redakteur der Elberfelder Völkischen Freiheit.[10] Goebbels trat der von Gregor Strasser in Norddeutschland neuorganisierten NSDAP sofort bei und wurde im März 1925 Geschäftsführer des Gaues Rheinland-Nord. Er zog nach Elberfeld und entwickelte sich zum führenden Agitator der Partei in Rheinland und Westfalen. Gregor Strasser machte ihn zum Redakteur der nationalrevolutionären Nationalsozialistischen Briefe. Das kleine A.B.C. des Nationalsozialismus fasste seine Weltanschauung zusammen.[11]

Goebbels glaubte und propagierte den linken Kurs der Gebrüder Strasser, die Sozialismus und Nationalismus wollten. Deutschland sollte ein Bündnis mit der Sowjetunion gegen den verhassten Westen eingehen. Goebbels feierte Lenin als „nationalen Befreier“ Russlands. Goebbels nannte sich selbst einen „deutschen Kommunisten“. Den Kommunismus der KPD lehnte er scharf ab, da dieser nur im Auftrag Russlands tätig sei.„Lenin opferte Marx und gab dafür Rußland die Freiheit. Sie wollen die deutsche Freiheit nun Marx opfern“.[12]

Goebbels sah die Münchener Reaktionäre schon geschlagen und dachte Hitler „auf unser Terrain“ zu locken: „Elberfeld soll das Mekka des deutschen Sozialismus werden“ (Tagebuch).[13] Er ging öffentlich auf Distanz zu Hitler. Goebbels wollte nicht akzeptieren, dass Hitler Gelder von Industriellen dankbar entgegennahm, was ihn aber selbst nicht davon abhielt, sich von dem Fabrikdirektor Arnold finanzieren zu lassen, wie aus seinem Tagebuch hervorgeht. Goebbels stärkte den Flügel um die Strasser-Brüder, die Machtzentrale der Partei sollte von München nach Norddeutschland verlegt werden. Hitler sollte nur noch Ehrenvorsitzender der Partei sein und Gregor Strasser Parteiführer.

Hitler kannte und schätzte Goebbels als geschickten Propagandisten und wollte ihn von der Strasser-Fraktion abwerben, was ihm im Nachgang zur Bamberger Führertagung der NSDAP am 14. Februar 1926 auch gelang. Hitler zeigte Goebbels die Abschnitte aus Mein Kampf, die sich mit Propaganda und Organisation beschäftigten. Goebbels war von diesen Thesen begeistert. Seine alte Verehrung Hitlers erstarkte wieder, und er wurde zum treuen Gefolgsmann.

Joachim Fest bezweifelt, dass Goebbels überzeugter linker Nationalsozialist war. So bezeichnete Goebbels die berühmte Forderung Gottfried Feders nach „Brechung der Zinsknechtschaft“ als Unsinn, bei dem man nur brechen könne.[14]

Erste Auftritte in Berlin

Hitler ernannte Goebbels am 9. November 1926 zum Gauleiter von Berlin-Brandenburg. Propagandaleiter der NSDAP wurde zunächst Gregor Strasser.

In Berlin hatten Kommunisten und Sozialdemokraten die Mehrheit. Die Berliner NSDAP war desorganisiert, ihre Anhänger zerstritten und der Einfluss in der Stadt gering. Goebbels warf zahlreiche Mitglieder aus der Partei mit dem Ziel, neue Mitglieder zu werben, die der Partei nutzten.

Bereits seine erste Aktion in Berlin zeigte seine Methoden. Im „roten“ Arbeiterbezirk Wedding mietete er einen sonst kommunistische genutzten Saal; schon die Werbeplakate für die Veranstaltung ahmten kommunistische Propaganda nach. Alle Berliner Mitglieder der NSDAP mussten am 11. Februar 1927 an einem Demonstrationszug durch den Wedding teilnehmen, und so provoziert stießen die Berliner Kommunisten in ihren Zeitungen „blutige Drohungen“ gegen die Veranstaltung der Nationalsozialisten aus.

Es kam zur von den Nationalsozialisten erwünschten Saalschlacht. Die Kommunisten versuchten, die Veranstaltung zu sprengen, in Reserve gehaltene SA-Leute stürmten in den Saal und prügelten auf ihre Gegner ein. Goebbels bewahrte auf dem Podium die Ruhe. Nach der Prügelei ließ er die Tragen mit den verletzten SA-Leuten auf die Bühne bringen. Vor dem Publikum drückte er den Verletzten die Hand. In seiner anschließenden Rede stachelte er die Zuschauer auf. In kurzen, stakkatohaften Sätzen würdigte er die SA-Männer und weckte die Empörung der Zuhörer. Goebbels spielte hier sein ganzes rhetorisches Talent aus. Die Zeitungen berichteten über die Saalschlacht. Im Parteibüro wurden über 2600 Mitglieder-Neueintritte beantragt. 500 Männer wollten der SA beitreten.

Bei einer weiteren Veranstaltung wurde am 4. Mai 1927 ein Pfarrer von SA-Leuten krankenhausreif geschlagen. Der Polizeipräsident von Berlin verbot daraufhin die NSDAP in Berlin. Goebbels war wieder auf den Titelseiten. Er verstand es in den weiteren Wochen, die Partei als Opfer darzustellen. Er schrieb: „Man begann, uns zu verleumden und zu beschimpfen … Jetzt schäumte der Gegner vor Wut … Wer von Euch hätte je geglaubt, dass wir so stark seien.“ (S. 83–84). Goebbels gründete in diesen Monaten Clubs in der Stadt, um das Parteiverbot zu umgehen. Hier konnte er seine Reden halten. Daraufhin wurde ihm für Preußen Redeverbot erteilt.

Goebbels nutzte die Situation geschickt für sich aus, indem er sich als Held und als Märtyrer darstellte. Eine Fotomontage, die ihn in Fesseln zeigte, prangte auf der Titelseite des „Völkischen Beobachters“. In mehreren Artikeln schrieb er reißerisch, wie er von Kommunisten verfolgt werde.

Geschickt verstand Goebbels es, Opfer in den eigenen Reihen zu glorifizieren, indem er sie zu „Blutzeugen“ der Partei machte.

In dieser Zeit lieferte sich Goebbels erbitterte Kämpfe mit dem Berliner Vizepolizeipräsidenten Bernhard Weiß, der immer wieder versuchte, Goebbels, zum Teil mit massivem Polizeieinsatz, in seiner Propagandatätigkeit – bei der es zu Straßen- und Saalschlachten kam, auch mit Todesfolgen – zu behindern. Verächtlich titulierte Goebbels ihn als „Isidor Weiß“. Weiß war Jude und die Beschimpfung stammte aus der Roten Fahne. Man war damals nicht zimperlich, Goebbels wurde von Rivalen und Feinden der eigenen Partei als „nachgedunkelter Schrumpfgermane“ oder als „Ungebleichter Schrumpfgermane“ bezeichnet.

„Der Angriff“

Als eine weitere Zeitung gründete Goebbels Den Angriff. Eine professionell inszenierte Plakataktion kündigte das Erscheinen der Zeitung am 4. Juli 1927 an. Aber zuerst wurde das Blatt nur an wenigen Kiosken verkauft und Goebbels war auch mit dem Erscheinungsbild unzufrieden.

Er machte den Angriff zur „Arbeiterzeitung“, die gegen die „Ausbeuter“ wetterte. Für Gregor Strasser, der die Berliner Arbeiter-Zeitung in Berlin herausgab, war Goebbels’ Blatt eine ungeliebte Konkurrenz. Zwischen den Verkäufern der beiden Blätter kam es in der Folgezeit zu handgreiflichen Auseinandersetzungen.

Am 29. Oktober 1927 wurde das Redeverbot für Goebbels aufgehoben. Der Angriff wurde sein Sprachrohr. Goebbels war auf jeder Titelseite mit einem Leitartikel vertreten, die Zeitung diente der Verunglimpfung und Verleumdung politischer Gegner.

Goebbels hatte sich in Berlin gut eingelebt, er war „hart“ und „kalt“ geworden. Mit beissender Ironie und Berliner Jargon attackierte er seine Gegner und genoss es, von diesen als Reaktion beleidigt zu werden. Als er einmal als „Oberbandit“ bezeichnet wurde, verwendete er diesen Begriff gleich auf einem seiner Plakate, auf denen er sich ankündigte unter: „Heute abend spricht Oberbandit Dr. Goebbels“.

Propagandaleiter

Am 27. April 1930 wurde er von Hitler zum Reichspropagandaleiter der NSDAP ernannt. Er begann nun Massenveranstaltungen zu inszenieren. Begleitet von Garden und Fahnenträgern wurde der Redner der Veranstaltung in den Saal geführt. Da Goebbels nicht bei allen Veranstaltungen als Redner auftreten konnte, organisierte er die Reichsredner. Diese wurden für ihre Auftritte genau instruiert und gleichzeitig dabei überwacht.

Da Goebbels die Masse verachtete, verstand er es, seine Zuhörer zu manipulieren. Er wunderte sich manchmal, wie einfach sich Menschen beeinflussen ließen. Neben seinen Propagandaaktionen förderte und leitete er den Terror der SA. Er machte diese Schlägertrupps in seinen Zeitungsartikeln zu Heroen.

Der Tod des Friedrichshainer SA-Sturmführers Horst Wessel bot Goebbels eine großartige Gelegenheit zu solcher Heroisierung. Er besuchte den Schwerverletzten im Krankenhaus und organisierte ein prunkvolles Begräbnis. Er hielt die Trauerrede und machte aus Horst Wessel eine Legende.

Unterwanderung der Demokratie

Hitlers und Goebbels erklärtes Ziel war es, die NSDAP mit legalen Mitteln an die Macht zu bringen, um dann den demokratischen Rechtsstaat abzuschaffen. Goebbels sagte das ganz offen: [15]

„Wir gehen in den Reichstag hinein, um uns im Waffenarsenal der Demokratie mit deren eigenen Waffen zu versorgen. Wir werden Reichstagsabgeordnete, um die Weimarer Gesinnung mit ihrer eigenen Unterstützung lahm zu legen. Wenn die Demokratie so dumm ist, uns für diesen Bärendienst Freifahrkarten und Diäten zu geben, so ist das ihre Sache… Uns ist jedes gesetzliche Mittel recht, den Zustand von heute zu revolutionieren. Wenn es uns gelingt, bei diesen Wahlen sechzig bis siebzig Agitatoren und Organisatoren unserer Partei in die verschiedenen Parlamente hineinzustecken, so wird der Staat selbst in Zukunft unseren Kampfapparat ausstatten und besolden… Wir kommen als Feinde! Wie der Wolf in die Schafherde einbricht, so kommen wir.“

Bei der Reichstagswahl 1928 wurde Goebbels zusammen mit elf weiteren NSDAP-Kandidaten in den Reichstag gewählt.[16]

Wahlen

Goebbels (vorn) mit Hermann Göring, Aufnahme aus dem Jahr 1930

Für die Reichstagswahl 1930 wurde die ganze Partei mobilisiert. Das verkündete Ziel waren 40 Sitze im Reichstag. Goebbels Redner traten auf über 6000 Veranstaltungen auf. Unzählige Plakate erschienen im ganzen Land. Die Parteizeitungen vervielfachten ihre Auflage.

Das Wahlergebnis übertraf alle Erwartungen, 18 Prozent der Stimmen wurden für Hitler abgegeben, und 107 Abgeordnete zogen in den Reichstag. Goebbels’ Einfluss wuchs an. Er brauchte nicht mehr lange um Geld für die NSDAP zu betteln. Zahlreiche Industrielle spendeten jetzt im großen Stil. Der Angriff erschien jetzt täglich.

Die unglückliche Politik des Reichskanzlers Heinrich Brüning trieb der NSDAP weitere Mitglieder zu. Die Millionengrenze wurde überschritten. Goebbels nutzte die Krisensituation und versprach dabei allen alles, wenn die Nationalsozialisten nur an die Macht kämen. Dass manche Versprechen anderen Zusagen widersprachen, fiel kaum auf und störte ihn nicht, er versprach den Hausbesitzern steigende Mieteinnahmen, den Mietern sinkende Mietzahlungen.

Der Wahlsieg 1930 brachte die Partei aber noch nicht an die Macht. Die Wahl des Reichspräsidenten 1932 bot sich für Goebbels dazu an, den Durchbruch zu erringen. Es gelang ihm, Hitler zur Kandidatur gegen Hindenburg zu bewegen.

Goebbels setzte wieder seine Propagandamaschine ein. Plakate und unzählige Redner warben für Hitler. Goebbels selber trat täglich an bis zu drei Orten auf. Die Wahl ging knapp verloren, aber auch Hindenburg verpasste die absolute Mehrheit.

Goebbels wertete die eigenen Fehler des ersten Wahlganges aus. Hitler sollte im nächsten Wahlgang noch häufiger auftreten. Dazu wurde für ihn ein Flugzeug gechartert („Hitler über Deutschland“ hieß der Slogan). Die eigenen Journalisten wurden instruiert, wie sie von den Auftritten Hitlers zu berichten hatten. Hitler gewann zwar Stimmen hinzu, doch Hindenburg blieb auch im zweiten Wahlgang Sieger.

Goebbels organisierte nun mehrere Wahlkämpfe in den deutschen Ländern in der gewohnten Weise. Neu war, dass er dabei den Reichskanzler Brüning zum öffentlichen Rededuell herausforderte. Doch Brüning lehnte ab. Die Kampagnen zeigten deutliche Erfolge in Württemberg, Bayern und Preußen.

Doch Goebbels beschränkte sich nicht nur auf Wahlpropaganda. Er setzte auch auf Provokationen und Terror. So prügelten die NS-Abgeordneten im Reichstag auf die Vertreter der Kommunisten ein, Krawalle wurden angezettelt.[17]

Vor der Macht

Bei der Reichstagswahl Juli 1932 errangen die Nationalsozialisten einen weiteren Sieg – die NSDAP stellte 230 Abgeordnete im Reichstag. Doch die Stimmen für die NSDAP gingen in den folgenden Wahlen in den Ländern zurück. Die Partei geriet in finanzielle Schwierigkeiten. Gregor Strasser wollte diesen Abschwung dadurch auffangen, indem er Hitler zu Koalitionen mit anderen Parteien riet. Doch Goebbels war strikt dagegen. Er konnte Hitler davon überzeugen, dass Zusammenarbeit mit anderen Parteien nicht in Frage kam.

Bei einer von der NSDAP einberufenen Versammlung, die der Auseinandersetzung zwischen nationalsozialistischen und kommunistischen Positionen diente, wurde dem kommunistischen Reichtagsabgeordneten Walter Ulbricht eine gewisse Redezeit eingeräumt. Die Versammlung endete im Anschluss an die Rede Goebbels mit einer blutigen Auseinandersetzung zwischen den Anhängern von NSDAP und KPD. Bei dieser Veranstaltung entstand eine Fotografie, die Goebbels zusammen mit Ulbricht auf der Rednertribüne zeigt.[18][19]

Goebbels wollte den Abwärtstrend der Partei abwenden. Die Gelegenheit bot ihm die Wahl zum Landtag von Lippe-Detmold. Obwohl das Land unbedeutend war, organisierte Goebbels eine große Wahlkampagne. Die gesamte Führung trat hier an, vor oft nur wenigen Zuhörern.

Der Wahlerfolg war groß und ebenso das publizistische Echo. Am 30. Januar 1933 erreichten Hitler und seine Anhänger ihr Ziel: Hitler wurde vom Reichspräsidenten Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Hitler nahm die Paraden der SA in Berlin ab, hinter ihm stand Joseph Goebbels. Er schrieb in sein Tagebuch: „Das neue Reich ist erstanden … Wir sind am Ziel. Die deutsche Revolution beginnt.“ Er sagte allerdings auch: „Hier wird man uns nur als Leichen wieder heraustragen“.

An der Macht

Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda

Goebbels bei einem SA-Appell, Berlin, 25. Aug. 1934

Am 13. März 1933 wurde Goebbels zum Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda (Goebbels selbst war übrigens nicht glücklich über diese Bezeichnung; sie war ihm zu offenkundig. Hitler bestand aber auf diesen Namen) ernannt. Literatur, Presse, Theater, Rundfunk, Bildende Kunst und Film unterstanden fortan der Kontrolle seines Ministeriums; für die Presse gab es allerdings einen Reichpresseleiter, den er nur indirekt beeinflussen konnte. Auch die täglich stattfindende Reichspressekonferenz verlief nach seinen detaillierten Anweisungen. Reichspropagandaämter und der Sicherheitsdienst (SD) der SS berichteten dem Ministerium über die Einhaltung der Richtlinien und die Stimmung in der Bevölkerung.

Goebbels wusste sehr genau um die Macht des Hörfunks – als für damalige Verhältnisse neben der Zeitung wichtigstes Kommunikationsmedium – einzuschätzen. Zwar war bereits 1932 von der Regierung Franz von Papen die Verstaatlichung des Rundfunks aus ähnlichen Gründen durchgesetzt worden, aber nie vorher hatte eine Regierung so effizient die Gleichschaltung von Presse, Funk und Film betrieben.

Ab 1933 wurde der Volksempfänger hergestellt, damit „des Führers Stimme“ auch im entlegensten Winkel zu hören sei. Der DKE38 (= Deutscher Kleinempfänger 1938, das preisgünstigste Gerät der verschiedenen Volksempfänger-Modelle) war mit einem Preis von 36 Reichsmark für jedermann erschwinglich und wurde von der Bevölkerung auch „Goebbelsschnauze“ genannt.

Hitler und Goebbels bei der UFA am 4. Januar 1935

Kundgebung mit Mussolini, Maifeld (Berlin), 28. Sept. 1937

Auch der Film war ein wichtiges Instrument zur Beeinflussung der Bevölkerung. Zwar waren drei Viertel der im Dritten Reich gedrehten Filme Komödien, es gab aber auch antisemitische Hetzfilme wie z. B. Jud Süß, bei dem er auch selbst am Schnitt arbeitete, oder Der ewige Jude. Goebbels nahm oft persönlich Einfluss auf die Gestaltung von Drehbüchern. Filme konnten ohne seine Genehmigung nicht mehr gedreht werden. Er war allerdings klug genug, Unterhaltungsfilme zu fördern, die nicht doktrinär waren; selbst der Briefträger sagte in diesen Filmen noch „Grüß Gott“.

Über eine weit verzweigte Machtstruktur trieb Goebbels die Gleichschaltung der Medien voran. So gelang es ihm 1937, Alfred Hugenberg zum Verkauf der Universum-Film AG (Ufa) zu zwingen und damit eine der größten Filmgesellschaften in Staatsbesitz zu bringen. Im Gegensatz zu beispielsweise Hermann Göring ließ er sich aber nicht in die Aufsichtsräte der von ihm abhängigen Gesellschaften berufen, um sich persönlich zu bereichern.

Die von Goebbels gegründete Reichskulturkammer regelte den Zugang zu allen künstlerischen Berufen. Viele jüdische Vertreter in vielen Kultursparten wurden aus ihren Berufen verbannt. Goebbels initiierte auch die berühmt-berüchtigte Ausstellung „Entartete Kunst“ und ließ hierzu die Werke zahlreicher jüdischer und moderner Künstler beschlagnahmen. Die von Goebbels entwickelte Gesamtheit der NS-Propaganda wird mit Gleichschaltung und Beeinflussung der Volksmassen in Diktaturen und Demagogie gleichgesetzt. Insgesamt bereitete er in vielen Stellen ideologisch-propagandistisch den Holocaust (die Shoa) vor.

Goebbels’ Einstellung zum Judentum

Joseph Goebbels’ Verhältnis zu den Juden ist nicht ohne Widersprüche und offene Fragen. Zwar finden sich in seinen Tagebüchern, bevor er in der rechtsextremen Bewegung aktiv wurde, vereinzelt judenfeindliche Sätze, doch mit der späteren Hasspropaganda, die auf die völlige Vernichtung der Juden zielte, hatte dies nichts zu tun. In seinem persönlichen Umfeld gab es zahlreiche jüdische Bekanntschaften, beispielsweise hatte seine Frau zur Zeit ihrer ersten Ehe ein Verhältnis mit dem Zionisten Chaim Arlosoroff.

Revanche für einstige Missachtung mag auch eine Rolle gespielt haben. Sein Biograf Helmut Heiber berichtete, Goebbels habe an den Chefredaktor des Berliner Tageblatts, Theodor Wolff, damals den angesehensten Journalisten in Deutschland, fünfzig Artikel vergebens eingesandt und sich vergeblich als Redakteur beworben.

Goebbels wusste von Anfang an von Hitlers Vernichtungsplänen. Auch die späteren Beschlüsse der Wannseekonferenz waren seinem Ministerium und ihm persönlich nicht verborgen. Am 27. März 1942 notiert er in sein Tagebuch:

„Aus dem Generalgouvernement werden jetzt, bei Lublin beginnend, die Juden nach dem Osten abgeschoben. Es wird hier ein ziemlich barbarisches und nicht näher zu beschreibendes Verfahren angewandt, und von den Juden selbst bleibt nicht mehr viel übrig. Im großen kann man wohl feststellen, dass 60 Prozent davon liquidiert werden müssen, während nur noch 40 Prozent zur Arbeit eingesetzt werden können. Der ehemalige Gauleiter von Wien, der diese Aktion durchführt, tut das mit ziemlicher Umsicht und auch mit einem Verfahren, das nicht allzu auffällig wirkt. An den Juden wird ein Strafgericht vollzogen, das zwar barbarisch ist, das sie aber vollauf verdient haben. Die Prophezeiung, die der Führer ihnen für die Herbeiführung eines neuen Weltkrieges mit auf den Weg gegeben hat, beginnt sich in der furchtbarsten Weise zu verwirklichen…“

Rolf Hochhuth schreibt zu diesem Thema:[20]

„Goebbels, um keine Illusion über ihn aufkommen zu lassen, hat alle Verbrechen Hitlers mitverschuldet. Er hat sie großmächtig angepriesen, selbst dann, wenn er aus Klugheit, Instinkt, Berechnung dagegen war; selbst dann, wenn er vorher versucht hatte, Hitler durch eine Unterredung von seinen Vorhaben abzubringen – wie etwa von der Entfesselung des Zweiten Weltkrieges und wie (vermutlich) von der ‚Endlösung‘.“

Einige Historiker (Barth) meinen, Goebbels habe sich später tatsächlich die Rassen- und Judenwahnlehre Hitlers zu eigen gemacht, andere gehen davon aus, dass er aus rein opportunistischen und taktischen Gründen alle judenfeindlichen Positionen Hitlers unreflektiert übernahm und nach außen hin vertrat, um sich ihm einerseits anzudienen und sich andererseits mit Krawallparolen Gehör zu verschaffen. Beispielsweise waren seine Tiraden gegen den jüdischstämmigen Vizepräsidenten der Berliner Polizei, Bernhard Weiß, den er in seinem Hetzblatt Der Angriff als Isidor karikierte, nicht von persönlichem Hass Weiß gegenüber geprägt, sondern Teil seiner technokratisch kühl kalkulierenden Propagandamaschine. Er verstand es hervorragend, die Klischees über „die Juden“ für die NSDAP zu propagandistischen Zwecken zu nutzen, ob er sie wirklich selbst vertrat, ist bis heute Gegenstand kontroverser historischer Forschungen.

Ähnliche Widersprüchlichkeiten finden sich auch im Rahmen seiner Hassparolen gegenüber den „Privilegierten“ und „Intellektuellen“ der Weimarer Republik. Er wollte stets diesem privilegierten intellektuellen Kreis angehören, heiratete „standesgemäß“ und ließ sich gerne mit „Herr Doktor“ anreden.

Goebbels und die „Reichskristallnacht“

Die Pogrome in der „Reichskristallnacht“ am 9./10. November 1938 wurden von Goebbels initiiert; vorher hatte er sich allerdings bei Hitler rückversichert. Eines seiner Motive war vermutlich, sich nach seiner Eheaffäre bei Hitler wieder beliebt zu machen. Am Abend des 9. November wurde in München des Hitlerputschversuchs von 1923 gedacht. Goebbels hielt eine antisemitische Hetzrede, in der er die Juden für den zwei Tage zuvor geschehenen Anschlag auf Ernst Eduard vom Rath verantwortlich machte. Er verwies auf Pogrome, die in Magdeburg-Anhalt und Kurhessen bereits stattgefunden hatten, und gab zu verstehen, dass die Partei antijüdische Aktionen nicht behindern werde. Dies wurde wie geplant von den anwesenden Gauleitern und SA-Führern als Aufforderung zu Aktionen verstanden, und entsprechende Befehle wurden an die örtlichen Dienststellen gegeben.

Die Aktionen waren in Partei und Sicherheitsapparat nicht unumstritten; vor allem die Geheime Staatspolizei (Gestapo) und der Sicherheitsdienst (SD) kritisierten sie und zogen systematische verborgene Entrechtung dem öffentlichen Pogrom vor. Möglicherweise hielt sich Goebbels deswegen mit der direkten Organisation der Pogrome zurück und konnte sie so auch als Akt des „Volkszorns“ ausgeben. Am Tag nach der „Reichskristallnacht“ schrieb er in sein Tagebuch:

„Ich trage dem Führer die Angelegenheit vor. Er bestimmt: Demonstrationen weiterlaufen lassen. Polizei zurückziehen. Die Juden sollen einmal den Volkszorn zu verspüren bekommen. Das ist richtig. Ich gebe gleich entsprechende Anweisungen an Polizei und Partei…“

Zweiter Weltkrieg

Der Krieg 1939 begeisterte ihn keinesfalls; er wusste, dass dieser Krieg unpopulär war, und fürchtete die Niederlage. „Gnade Gott uns, wenn wir diesen Krieg verlieren“, soll er bei der Nachricht vom Kriegseintritt Englands gesagt haben. Dementsprechend bot er seine volle Fähigkeit und Kraft auf, um für Führer und Volk (wie er es sah) den Sieg dennoch zu erringen.

Kriegspropaganda

Goebbels mit den Chefs der Propagandakompanien der drei Wehrmachtsteile im Propagandaministerium in Berlin am 28. Januar 1941

Sofort nach Kriegsbeginn verbot die „Verordnung über außerordentliche Rundfunkmaßnahmen“ das Abhören ausländischer Sender; selbst Minister brauchten eine Sondergenehmigung.

„Wer Nachrichten ausländischer Sender, die geeignet sind, die Widerstandskraft des deutschen Volkes zu gefährden, vorsätzlich verbreitet, wird mit Zuchthaus, in besonders schweren Fällen mit dem Tode bestraft.“

Ab 1940 war Goebbels Herausgeber der Wochenzeitschrift Das Reich. Als deren Leitartikler, mit Reden vor Parteiversammlungen und im Rundfunk unternahm er in Wort und Schrift, was immer ihm möglich war, um den Glauben an den Endsieg und den Willen dazu aufrechtzuerhalten (ausserdem trugen die Honorare dazu bei, seine persönlichen Finanzen zu sanieren). Als entscheidend verkündete er Beweggründe geistiger Art, wie er sie aus der Sicht des Nationalsozialismus vortrug: die weltgeschichtliche Sendung des Führers, die wirtschaftliche, militärische und vor allem kulturelle Überlegenheit des deutschen Volkes. In der Ausgabe vom 2. Mai 1943, einige Monate nach der Niederlage von Stalingrad, schreibt er: „An der Peripherie unserer Kriegführung sind wir hier und da etwas anfällig.“

Vereitelung des Putsches vom 20. Juli 1944

Goebbels hat entscheidend dazu beigetragen, den Putschversuch der Militärs vom 20. Juli 1944 zu vereiteln. Major Otto Ernst Remer vom Wachbataillon hatte von seinem Vorgesetzten Generalleutnant von Hase den Befehl erhalten, das Regierungsviertel zu zernieren, Hitler sei tödlich verünglückt und die Regierungsgewalt auf die Wehrmacht übergegangen. Goebbels wusste vom gescheiterten Attentat und er befahl Remer zu sich und bewies ihm die Verschwörung. Die Widerständler hatten die Telefonleitungen des Ministeriums zu Hitlers Quartier intakt gelassen und Remer erkannte Hitlers Stimme. Goebbels gelang es dann die Soldaten des Wachbataillons zu überzeugen. Der Berliner Rundfunk war in der Hand der Regierung geblieben und Hitlers Stimme versprach um ein Uhr nachts mit den Verrätern auf gewohnte Weise abzurechnen. Major Otto Ernst Remer wurde zum Oberst befördert.

Der totale Krieg

Die Bombenangriffe der überlegenen alliierten Luftstreitkräfte hatten in vielen Städten des Reiches ganze Wohngebiete zerstört; unter der Zivilbevölkerung waren Tote und Verletzte zu beklagen. Die Luftangriffe weckten Empörung, weniger gegen die eigene Regierung als gegen die Angreifer. Staatliche und Partei-Dienststellen konnten die Schäden weder verhindern noch vermindern, suchten aber im Zeichen der Volksgemeinschaft unverzüglich solidarische Hilfe zu organisieren, wenn das möglich war (Verteilen von Lebensmitteln in den getroffenen Stadtteilen, Zuweisen von Ersatz-Unterkünften und Ähnliches). Die vom Propagandaministerium gesteuerten Medien, insbesondere Die Deutsche Wochenschau, lenkten die Aufmerksamkeit beharrlich auf solche Leistungen der staatlichen Vorsorge. Goebbels selbst suchte fleißig Schadensgebiete auf, ließ sich von Betroffenen berichten und sprach ihnen zu, selbstverständlich mit der Absicht, den Willen zum Sieg über die Angreifer und das Vertrauen in die Führung zu festigen. Das Wort „Soforthilfe“ soll damals von Goebbels geprägt worden sein.

Am 31. Januar und 2. Februar 1943 hatten sich die in Stalingrad eingeschlossenen deutschen Streitkräfte der sowjetischen Übermacht ergeben; Goebbels ließ die Nachricht in Zeitungen mit Trauerrand verbreiten. Nun konnte die militärische Schwäche der deutschen Wehrmacht trotz allen verbalen Beschönigungen („Frontbegradigung“) gerade aufmerksamen Volksgenossen nicht mehr verborgen bleiben, der Glaube an den Sieg war in Gefahr. In dieser Lage hielt Goebbels es für möglich und für geboten, zu Empörung, Solidarität, Vertrauen und Siegeswille aufzurufen, nicht mehr nur gegen die Luftangriffe (so hatte er die erwünschte Reaktion bisher beobachtet), sondern allgemein gegen den Feind überhaupt. Ansprechen und innerlich bewegen wollte er nicht nur die von Luftangriffen örtlich betroffenen Menschen, sondern das gesamte deutsche Volk.

Ebenso wie Hitler war Goebbels überzeugt, über Erfolg oder Misserfolg geschichtlichen Geschehens entscheide am allermeisten die Wirkung des gesprochenen Wortes, der politischen Rede. Nach dem Rückschlag in Stalingrad sollte nun eine rhetorische Tat in Deutschland Mut und Entschlossenheit zum Sieg wieder unerschütterlich aufrichten und festigen (kein Zitat, aber die damalige Sprechweise). Im Verlauf einer politischen Kundgebung sollte (wie Goebbels es sah) die Versammlung ganz Deutschland repräsentieren, die Anwesenden sollten dem Aufruf zum „Totalen Krieg“ zustimmen und so den Willen des Volkes verbindlich festlegen. Hass und Jubel der aufgeregten Menge müsste (so stellte Goebbels sich das wohl vor) die gleiche Wirkung und Geltung haben wie ein formaler Reichstagsbeschluss, wie eine demokratische Volksabstimmung.

Goebbels hat diese bis dahin unerhörte Fortentwicklung der politischen Willensbildung sorgfältig vorbereitet. Die Teilnehmer wurden namentlich ausgewählt und kurzfristig einberufen, einzelne auch ehrenvoll abgeholt und herbeigefahren. Regimetreue Volks- und Parteigenossen in genügender Zahl saßen zwischen den übrigen Teilnehmern, um an den richtigen Stellen den Beifall in Gang zu bringen. Fotografen und Kameraleute erhielten die Weisung, hauptsächlich prominente Gesichter und Zeichen der Zustimmung ins Bild zu nehmen. Die so genannte Sportpalastrede fand am 18. Februar 1943 im Berliner Sportpalast statt und wurde vom Rundfunk ausgestrahlt; an den folgenden Tagen verkündeten Printmedien und Wochenschau das Ereignis im ganzen Reich.

Es dauerte aber noch ein volles Jahr und fünf Monate, bis Hitler auch formal den totalen Krieg befahl. Erst nach dem Attentat vom 20. Juli 1944, freilich noch an diesem Tage, beauftragte Hitler zunächst Reichsleiter Martin Bormann mit allen „zur Herbeiführung eines totalen Kriegseinsatzes“ notwendigen Anordnungen in der NSDAP, deren Gliederungen und angeschlossenen Verbänden. Am 25. Juli 1944 wurde Hermann Göring beauftragt, das „gesamte öffentliche Leben den Erfordernissen der totalen Kriegsführung in jeder Beziehung anzupassen“. Erst jetzt wurde Goebbels „Generalbevollmächtigter für den totalen Kriegseinsatz“.

Suizid

Goebbels gratuliert minderjährigem Kämpfer in Lauban (9. März 1945)

In den letzten Kriegstagen, im April 1945 bezog Goebbels mit seiner Familie mehrere Räume im Vorbunker des so genannten „Führerbunkers“ unter der Reichskanzlei. Am 21. April wandte er sich ein letztes Mal über den Rundfunk an das Volk, insbesondere an die Berliner:[21]

„Meine Berliner Volksgenossen und Volksgenossinnen! Am vergangenen Sonntag begannen die Bolschewisten ihre Großoffensive an der Oderfront. Berlin (lauter Artillerieeinschlag im Hintergrund) ist ihr Ziel. Die Eroberung der Reichshauptstadt soll Stalin eine wichtige Trumpfkarte im politischen Spiel der Alliierten in die Hand geben. Damit ist der Kampf um die Reichshauptstadt ein Kampf um Deutschland und um Europa geworden. In heldenhafter Abwehr haben unsere tapferen Divisionen und Volkssturmmänner in den vergangenen Tagen den Sowjets schwerste Verluste zugefügt. Ihr aufopferungsvoller Einsatz hat jedoch nicht verhindern können, dass die Bolschewisten an die äußeren Verteidigungslinien der Reichshauptstadt herangekommen sind. Damit ist Berlin zur Frontstadt geworden. Verteidiger Berlins! Auf Euch sind die Blicke Eurer Frauen, Eurer Mütter und Eurer Kinder gerichtet. Sie haben Euch ihr Leben, ihr Glück, ihre Gesundheit und ihre Zukunft anvertraut. Ihr kennt jetzt Eure Aufgabe, und ich weiß, Ihr werdet sie vorbildlich erfüllen. Die Stunde Eurer Bewährung ist da. Mit der militärischen Verteidigung der Reichshauptstadt wurde Generalleutnant Reymann beauftragt. Er ist Träger des Eichenlaubs zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Seiner in diesem Kriege oft bewährten Führung können sich alle Soldaten und Volkssturmmänner bedingungslos anvertrauen. Ich bleibe mit meinen Mitarbeitern selbstverständlich in Berlin. Auch meine Frau und meine Kinder sind hier und bleiben hier. Mit allen Mitteln (lauter Artillerieeinschlag im Hintergrund) werde ich die Verteidigung der Reichshauptstadt aktivieren. Mein Denken und Handeln gilt Eurem Wohl und der Abwehr unseres gemeinsamen Feindes. An den Mauern unserer Stadt wird und muss der Mongolensturm gebrochen werden. Unser Kampf wird das Fanal sein für den entschlossensten Kampf der ganzen Nation. Von dem fanatischen Willen erfüllt, die Hauptstadt des Reiches nicht in die Hände der Bolschewisten fallen zu lassen, sind wir solidarisch zu Kampf und Arbeit angetreten. Unser Ziel ist die Freiheit unseres Volkes und ein Reich der sozialen Gerechtigkeit in einer kommenden glücklichen Zukunft.“

Am 29. April 1945 war Goebbels Trauzeuge, als Hitler kurz vor dem eigenen Suizid Eva Braun heiratete. Hitler bestimmte seinen Propagandaminister in seinem Politischen Testament zu seinem Nachfolger als Reichskanzler. Goebbels hingegen diktierte kurz danach um 5:30 Uhr folgenden „Zusatz zum Testament Adolf Hitlers“:

„Der Führer hat mir den Befehl gegeben, im Falle des Zusammenbruchs der Verteidigung die Reichshauptstadt Berlin zu verlassen und als führendes Mitglied an einer von ihm ernannten Regierung teilzunehmen. Zum ersten Mal in meinem Leben muss ich mich kategorisch weigern, einem Befehl des Führers Folge zu leisten. Meine Frau und meine Kinder schließen sich dieser Weigerung an. Im anderen Falle würde ich mir selbst (…) für mein ganzes ferneres Leben als ein ehrloser Abtrünnling und gemeiner Schuft vorkommen, der mit der Achtung vor sich selbst auch die Achtung seines Volkes verlöre, die die Voraussetzung eines weiteren Dienstes meiner Person an der Zukunftsgestaltung der Deutschen Nation und des Deutschen Reiches bilden müsste. In dem Delirium von Verrat, das in diesen kritischsten Tagen des Krieges den Führer umgibt, muss es wenigstens einige geben, die bedingungslos und bis zum Tode zu ihm halten.“

Dieser Zusatz ergeht sich des Weiteren in Ankündigungen des Ehepaars Goebbels, dem beiderseits bis zum letzten Moment geliebten „Führer“ in den Tod folgen zu wollen und aus diesem Anlass auch die eigenen Kinder umzubringen.[22]

Am 1. Mai 1945 gegen 22 Uhr töteten sich Goebbels und seine Frau Magda wahrscheinlich mit Blausäure. Laut Aussage von Goebbels’ Sekretär Schwägermann soll sich Goebbels allerdings erschossen haben, während sich seine Frau vergiftete.[23] Dem widersprechen die Obduktionsergebnisse der nur unvollständig verbrannten Leichen, durchgeführt von der Roten Armee. Kurz zuvor hatte der SS-Arzt Helmut Kunz auf beider Veranlassung ihre sechs Kinder betäubt, die dann von Magda Goebbels und Hitlers Leibarzt Ludwig Stumpfegger mit Blausäurekapseln ermordet wurden. Die Leichen des Ehepaars Goebbels wurden am Morgen des 2. Mai im Garten der Reichskanzlei unvollständig verbrannt. Gegen 17 Uhr betraten sowjetische Offiziere den Garten der Reichskanzlei und entdeckten die Leichen von Goebbels und seiner Frau nur wenige Meter vom Notausgang des Führerbunkers entfernt.

Im Untersuchungsbericht hieß es:[24]

„Die Leiche des Mannes war von niedrigem Wuchs, der Fuß des rechten Beines (Klumpfuß) steckte in halbgekrümmter Stellung, in einer angekohlten Metallprothese; darauf lagen die Überreste einer verkohlten Parteiuniform der NSDAP und eines angesengten Goldenen Parteiabzeichens; bei der verkohlten Leiche der Frau wurde ein angesengtes goldenes Zigarettenetui entdeckt; auf der Leiche ein Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP und eine angesengte goldene Brosche. Zu Häupten der beiden Leichen lagen zwei Walther-Pistolen Nr. 1.“

Familie

Als Hochzeitspaar, im Hintergrund der Trauzeuge Hitler

Familie Goebbels, Datum unbekannt

Joseph Goebbels heiratete Magda Ritschel, geschiedene Quandt am 19. Dezember 1931. Sie hatten sechs Kinder, Helga († 12), Hildegard († 11), Helmut († 9), Hedwig († 7), Holdine († 8), Heidrun († 4). Der Stiefsohn Harald, Sohn des Großindustriellen Günther Quandt, wurde 1921 geboren. Der Öffentlichkeit waren die Goebbels-Kinder als Helga, Hilde, Helmut, Hedda, Holde und Heide bekannt.

Medienwirksam stilisierte Goebbels seine Familie zur idealen nationalen Vorzeigefamilie. Die Familie wurde ein wichtiger Teil seiner Propaganda. Die Kinder Helga, Hilde und Helmut wurden im August 1938 vor die Kameras der Ufa gestellt, um die medienwirksame Versöhnung des Ehepaares Goebbels zu präsentieren. „Ob denn der Vater nun wieder lieb wäre,“ fragte Magda ihre Töchter, was diese selbstverständlich bejahten. Im August 1938 kam es in Goebbels Ehe wegen seiner zahlreichen Affären unter anderem mit der tschechischen Schauspielerin Lída Baarová zu einer Krise. Zu dieser Zeit nannte der Volksmund ihn bereits den „Bock von Babelsberg“. Erst Hitlers Intervention wendete die propagandistische „Katastrophe“ ab.

1939 ließ Goebbels seine Kinder in einem Film auftreten, der die Euthanasie Behinderter propagieren sollte. Diese werden dort als positiver Kontrast zu als den abstoßend dargestellten Behinderten gezeigt.

Allein 1942 sah man die Goebbels-Kinder vierunddreißigmal in den Wochenschauen, in denen sie jedes Mal das familiäre Idyll präsentierten. So sangen sie dem Vater zu seinem 45. Geburtstag ein Ständchen, halfen ihrer Mutter beim Wäsche aufhängen oder spielten ganz einfach im Garten.

1942/1943, als Goebbels kaum noch Kriegserfolge melden konnte, setzte er fast vollständig auf Durchhalteparolen und Familien-Propaganda. So schickte er seine Frau Magda Ende 1944 noch zusammen mit den beiden ältesten Töchtern in ein Kriegslazarett, wo sie für die Wochenschau Verwundete pflegen sollten. Für die Töchter, erst zwölf und zehn Jahre alt, war es ein Schock, Verwundete sehen zu müssen, die zum Teil verstümmelt waren. Daraufhin verzichtete Goebbels auf solche Propaganda.

Goebbels-Vergleiche

Joseph Goebbels steht bis heute weltweit für zynische, hemmungslose Propaganda. Es kommt regelmäßig zu Goebbels-Vergleichen, mit denen Personen des öffentlichen Lebens als Hetzer und Polemiker gebrandmarkt werden sollen. Insbesondere in der Politik wurde der Vergleich verunglimpfend eingesetzt, unter anderem von:

Siehe auch

Texte von Goebbels

Publizierte Texte (Auswahl)

  • Das kleine A.B.C. des Nationalsozialisten (1925)
  • Lenin oder Hitler? Eine Rede. (1926)
  • Die zweite Revolution, Briefe an Zeitgenossen (1926)
  • Wege ins dritte Reich, Briefe und Aufsätze für Zeitgenossen (1927)
  • Michael. Ein deutsches Schicksal in Tagebuchblättern (Roman, 1929)
  • Vom Proletariat zum Volk (1932)
  • Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei (1934)
  • Kampf um Berlin (1934)
  • Signale der neuen Zeit (1934)
  • Der Angriff. Aufsätze aus der Kampfzeit (1935)
  • Die Zeit ohne Beispiel (1942)
  • Das Eherne Herz (1943)
  • Der steile Aufstieg (1944)

Nicht publizierte Texte (Auswahl)

  • Der Lenz und ich und Du (Gedichte, o. J.)
  • Der Mutter Gebet. Ein Idyll aus dem Kriege (o. J.)
  • Bin ein fahrender Schüler, ein wüster Gesell (Novelle, 1917)
  • Judas Iscariot (Drama, 1918)
  • Heinrich Kämpfert (Drama, 1919)
  • Die Saat (Drama, 1920)
  • Wilhelm von Schütz als Dramatiker. Ein Beitrag zur Geschichte der Romantischen Schule (Dissertation, 1921)
  • Der Wanderer, Ein Spiel in einem Prolog, elf Bildern und einem Epilog von Joseph Goebbels. Dem anderen Deutschland geschrieben 1923 begonnen, Fragment. 1927 aufgeführt.

Tagebücher

Goebbels führte seit Oktober 1923 regelmäßig Tagebuch, insgesamt etwa 6000–7000 handgeschriebene Seiten und 50.000 diktierte Seiten in Maschinenschrift. Nach dem Einmarsch der Roten Armee wurden diese Bestände der Berliner Reichskanzlei auseinandergerissen: Aus Fragmenten entstanden 1948, 1960 und 1977 Ausgaben der Tagebücher aus den Jahren 1942–43, 1925–26 und 1945. Etwa ein Drittel der gesamten Tagebücher gelangte 1969 auf Mikrofilm aus der Sowjetunion in die DDR, wo daraufhin in den Trümmern der Reichskanzlei ein Großteil des Restes gefunden, aber geheim gehalten wurde, bis er 1972 in die Bundesrepublik verkauft wurde. Alle handgeschriebenen Fragmente waren die Grundlage der von Elke Fröhlich im Auftrag des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) herausgegebenen vierbändigen Edition unter dem Titel Die Tagebücher von Joseph Goebbels. Sämtliche Fragmente (1987).[27]

Nach dem Ende des Kalten Krieges entdeckte Elke Fröhlich 1992 in Moskauer Archiven die Glasplatten, auf denen Joseph Goebbels seine Tagebuch-Texte in einer Vorform des Mikrofiche-Verfahrens hatte sichern lassen. Die damit zwischen 1992 und 2005 in 29 Bänden veröffentlichte Edition der Tagebücher von Joseph Goebbels grenzt an eine Gesamtausgabe, denn sie enthält alle aufgefundenen Tagebuchtexte, fast 98 Prozent des von Goebbels geschriebenen und diktierten Tagebuchmaterials. 2007 wurde die Edition mit einem Geographischen Register und Personenregister fortgesetzt.

  • Siegfried Becker: Ein Nachlaß im Streit. Anmerkungen zu den Prozessen über die Tagebücher von Joseph Goebbels. In: Friedrich P. Kahlenberg (Hrsg.): Aus der Arbeit der Archive. Beiträge zum Archivwesen, zur Quellenkunde und zur Geschichte. Festschrift für Hans Booms. Boldt, Boppard 1989, ISBN 3-7646-1892-2, S. 270–286.
  • Angela Hermann: „In 2 Tagen wurde Geschichte gemacht“. Über den Charakter und Erkenntniswert der Goebbels-Tagebücher. Stuttgart 2008, ISBN 978-3-9809603-4-2.
  • Hans Günter Hockerts: Die Edition der Goebbels-Tagebücher. In: Horst Möller, Udo Wengst (Hrsg.): 50 Jahre Institut für Zeitgeschichte. Eine Bilanz. Oldenbourg, München 1999, ISBN 3-486-56460-9, S. 249–264.
  • Eberhard Jäckel: Die Tagebücher von Joseph Goebbels. In: Historische Zeitschrift 248, 1989, S. 637–648 (zur Ausgabe der Sämtlichen Fragmente von 1987).
  • Bernd Sösemann: Die Tagesaufzeichnungen des Joseph Goebbels und ihre unzulänglichen Veröffentlichungen. In: Publizistik 37, 1992, S. 213–244.
  • Bernd Sösemann: Inszenierungen für die Nachwelt. Editionswissenschaftliche und textkritische Untersuchungen zu Joseph Goebbels’ Erinnerungen, diaristischen Notizen und täglichen Diktaten. In: Lothar Gall (Hrsg.): Neuerscheinungen zur Geschichte des 20. Jahrhunderts. Oldenbourg, München 1992, ISBN 3-486-64446-7, S. 1–45.

Literatur

  • Christian Baier: Joseph. Ein deutsches Schicksal. Verlag Der Apfel. Wien 2001, ISBN 3-85450-133-1
  • Christian T. Barth: Goebbels und die Juden. Schöningh, Paderborn [u.a.] 2003, ISBN 3-506-70579-2[28]
  • Jörg von Bilavsky: Joseph Goebbels. Rowohlt, Reinbek 2009. ISBN 978-3-499-50489-1 (Rowohlts Monographien).[29]
  • Joachim C. Fest: Joseph Goebbels oder „Canaille Mensch“. In: Das Gesicht des Dritten Reiches. Profile einer totalitären Herrschaft. 11. Auflage. Piper, München/Zürich 1993, ISBN 3-492-11842-9, S. 119–139
  • Iring Fetscher: Joseph Goebbels im Berliner Sportpalast 1943. „Wollt ihr den totalen Krieg?“ Europäische Verlags-Anstalt, Hamburg 1998, ISBN 3-434-50431-1
  • Petra Fohrmann: Die Kinder des Reichsministers. Erinnerungen einer Erzieherin an die Familie Goebbels 1943–1945. Mit erstmals veröffentlichten Privatfotos und Briefen der Familie Goebbels. Fohrmann, Swisttal 2005, ISBN 3-9810580-1-1.
  • Peter Gathmann/Martina Paul: Narziss Goebbels. Eine psychohistorische Biografie. Böhlau, Wien 2009. ISBN 978-3-205-78411-1.[29]
  • Lutz Hachmeister & Michael Kloft (Hrsg.): Das Goebbels-Experiment. DVA, München 2005, ISBN 3-421-05879-2
  • Helmut Heiber: Joseph Goebbels. Colloquium Verlag, Berlin 1962; zuletzt dtv, München 1988, ISBN 3-423-010957-2 (formal falsche ISBN)
  • Kai Michel: Vom Poeten zum Demagogen. Die schriftstellerischen Versuche Joseph Goebbels’. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 1999, ISBN 3-412-15598-5
  • Ralf Georg Reuth: Goebbels. Piper, München/Zürich 1990, ISBN 3-492-03183-8; Taschenbuchausgabe unter dem Titel Goebbels. Eine Biographie. ebd. 2000, ISBN 3-492-22023-1
  • Curt Riess: Goebbels. Eine Biographie. Europa Verlag, Zürich 1949; Neuausgabe: Goebbels. Dämon der Macht. Universitas-Verlag, 1989, ISBN 3-8004-1211-X.
  • Toby Thacker: Joseph Goebbels. Life and Death. Palgrave Macmillan, London 2009. ISBN 978-0-230-22889-4.[29]
  • Dieter Wunderlich: Goebbels und Göring. Eine Doppelbiografie. Pustet. Regensburg 2002, ISBN 3-7917-1787-1.

Filmische Bearbeitungen

Kino

In dem Film Der Untergang wurde Goebbels 2004 von Ulrich Matthes verkörpert. Der um Authentizität bemühte Film schildert die letzten Tage des Dritten Reiches aus der Perspektive der nationalsozialistischen Führungsschicht.

Der Kinofilm Das Goebbels-Experiment von Lutz Hachmeister (2005) dokumentiert anhand der persönlichen Tagebuchaufzeichnungen Goebbels’ Leben. Der gesamte Film kommt ohne Kommentator oder Zeitzeugenberichte aus.

Fernsehen

  • Joseph Goebbels. Dreiteilige Dokumentation von Andrea Morgenthaler, ARD, Erstausstrahlung: 4., 6. und 11. Oktober 2004.

Weblinks

Commons Commons: Joseph Goebbels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Jens Kegel: „Wollt Ihr den totalen Krieg?“ Eine semiotische und linguistische Gesamtanalyse der Rede Goebbels’ im Berliner Sportpalast am 18. Februar 1943. Niemeyer, Tübingen 2006. ISBN 978-3-484-31270-8
  2. Alle Angaben zu Familie, Jugend und Schulzeit nach Ralf Georg Reuth, Goebbels, Piper, 1990, S. 11-28 u. Hans Hoff, Die Ehrenbürger der Stadt Rheydt, Dr. Joseph Goebbels (1934), in: Ders., ‘Aufsätze zur Stadtgeschichte, im Rheydter Jahrbuch, Bd. 10, 1973, Otto von Bylandt Gesellschaft (Hrsg.), Rheydt, S. 86-93
  3. Paula Diehl: Macht, Mythos, Utopie: Die Körperbilder der SS-Männer. Akademie Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-05-004076-9, ISBN 978-3-05-004076-9, S. 124 ff.
  4. Ralf Georg Reuth, a. a. O., S. 27
  5. Hans Hoff, a. a. O., S. 88.
  6. wie Ralf G. Reuth meint, a. a. O.
  7. Interview des WDR mit Elke Fröhlich, Historikerin und Herausgeberin der Goebbels-Tagebücher.
  8. Helmut Michels: Ideologie und Propaganda. Die Rolle von Joseph Goebbels in der nationalsozialistischen Außenpolitik bis 1939. Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main 1992, S. 45.
  9. rein autobiographische Vorstufe: Michael Voormann’s Jugendjahre (1919). Unter dem Eindruck des tödlichen Unfalls seines besten Freundes vollständig überabeitet: Michael Voormann, Ein Menschenschicksal in Tagebuchblättern (1923). Michael, Ein deutsches Schicksal in Tagebuchblättern erschien (weiter überarbeitet) im Franz-Eher-Verlag, München, 1929.
  10. Im Januar 1925 wurde ihm nach der Trennung der Nationalsozialisten von den Völkischen gekündigt.
  11. erschienen Elberfeld, 1925. Die erste Nummer der im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft der nord- und westdeutschen Gauleiter der NSDAP von Gregor Strasser herausgegebenen Nationalsozialistischen Briefe erschien am 1. Oktober 1925. Otto-Ernst Schüddekopf, Linke Leute von rechts, Die nationalrevolutionären Minderheiten und der Kommunismus in der Weimarer Republik, Stuttgart, 1960. Um einleitende Kapitel gekürzte Neuausgabe: Nationalbolschewismus in Deutschland, 1918-1933, Frankfurt am Main, Ullstein, 1972.
  12. Schüddekopf, a. a. O.
  13. Reuth, a.a.O., S. 97
  14. Joachim Fest: Hitler. Eine Biographie. 1995. S. 393.
  15. Was wollen wir im Reichstag?, Der Angriff. 30. April 1928, S. 1 f.
  16. Goebbels, Paul Joseph. In: Reichstaghandbuch 1928 (4. Wahlperiode 1928), Berlin 1928, S. 328.
  17. Sitzungsprotokoll des Reichstages vom 7. Dezember 1932.
  18. Was geschah in Friedrichshain?, Die Zeit, 1969/40.
  19. BVG-Streik 1932 im LeMO des Deutschen Historischen Museums.
  20. Vorwort zu Joseph Goebbels: Tagebücher 1945. Die letzten Aufzeichnungen. Hamburg 1977.
  21. Völkischer Beobachter vom 23. April 1945.
  22. Joseph Goebbels: Tagebücher 1945. Die letzten Aufzeichnungen. Hamburg 1977, S. 539 f.
  23. Michael A. Musmanno: Hitlers letzte Zeugen. Herbig Verlag, 2004. Zitat: “While Schwägermann was preparing the petrol, he heard a shot. Goebbels had shot himself and his wife took poison. Schwägermann ordered one of the soldiers to shoot Goebbels again because he was unable to do it himself.”
  24. ARD: Joseph Goebbels, Informationen zur dreiteiligen Fernsehserie.
  25. Deutsches Historisches Museum: Chronik 1986, 15. Oktober.
  26. Ossietzky: Die erste wirklich freie Wahl. Nr. 5/2005.
  27. Inhalt (PDF)
  28. Bernd Kleinhans: Rezension. In: Shoa.de, 14. Oktober 2005.
  29. a b c Gerulf Hirt: Sammelrez: Joseph Goebbels. In: H-Soz-u-Kult, 14. Dezember 2009.

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Letzte Aktualisierung: 10. März 2009

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